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Hitparaden

„Wir leben eben nicht mehr in einer Zeit, in der das Schicksal alles ist – heute glauben wir an etwas anderes: Jeder kann es schaffen“, sagt Max Höfer, lange Jahre Wirtschaftsjournalist und heute Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INMS). Höfer gilt als der Experte für Rangordnungen, zu Neudeutsch: Rankings, die Hitlisten des mehr oder weniger messbaren Erfolgs. Und er weiß zwei Dinge darüber: „Erstens interessiert das fast jeden, und zweitens hat es mit Erfolg relativ wenig zu tun.“ Was wie ein Widerspruch klingt, ist nach Höfer keineswegs einer.

Interessant, so Höfer, sind die Rankings vor allem als grundlegendes demokratisches Vergleichsmittel: „Da kann jeder nach halbwegs nachvollziehbaren Kriterien sehen, wo er steht – und das ist eine gute Sache. Damit fördern wir die Leistungselite, die Idee, dass sich persönliche Anstrengung oder der richtige Kurs eines Unternehmens auch über das Materielle hinaus lohnen.“ Unternehmen und Manager werden, anders als die Leistungseliten aus Politik, Kultur und Sport, nach wie vor fast ausschließlich nach ihrem materiellen Erfolg bewertet. Doch wem genügt das? Ist es, wie der Industriekapitalismus lehrte, ein Erfolg, reich zu sein, nach Möglichkeit reicher als andere, ganz vorn auf den Rankings zu stehen?

Brand eins 10/2006