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15.07.2015 Muss die Internetwirtschaft gefördert werden?

Die digitale Revolution, die das Silicon Valley ankündigt, will keinen Stein auf dem anderen lassen. Ganze Branchen sollen „schöpferisch zerstört“ werden, alte Geschäftsmodelle dem Fortschritt weichen. Big Data soll das Onlineverhalten der Kunden frühzeitig so decodieren, dass sie möglichst viel kaufen, was ihnen angeboten wird. „Wir werden wissen, was der Kunde will, bevor er es selbst weiß,“ sagt Google-Chef Eric Schmidt. Die ganze Ohnmacht des Internetnutzers wird daran deutlich, dass niemand auch nur einen Cent für die Nutzung seiner Daten erhält, mit denen die Internetkonzerne Milliarden verdienen. Die digitale Revolution steht dabei im Widerspruch zu den Werten der sozialen Marktwirtschaft: Die Tendenz der digitalen Wirtschaft, alles überwachen, messen und steuern zu wollen, um Prozesse effizienter zu gestalten, untergräbt grundlegende Arbeitnehmerrechte. Wer heute nicht genug leistet, den sortiert der Algorithmus aus. Für tausende Klickarbeiter gilt das deutsche Arbeitsrecht nicht. Während die Netzutopisten die Probleme beschönigen und von neuen kreativen Möglichkeiten schwärmen, wird sich die Politik mit den prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigen müssen. In der Berliner Republik frage ich, auf welche Seite sich die Sozialdemokratie schlägt.