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10.07.2013 Die Siesta Debatte geht weiter

Meine Verteidigung der Siesta schlägt Wellen. In der heutigen Süddeutschen Zeitung bezweifeln ausgerechnet zwei Kulturwissenschaftler die existenzielle Bedeutung der Kultur für Europa. Dass die protestantische Arbeitsmoral die Lebens- und Arbeitsweise der Völker - mittlerweile global - (um)prägt, ignoriert die dürre Replik. Mentalität und Religion spielen keine Rolle, die Unterschiede innerhalb Europas hängen nur am Anteil von Dienstleistungen,  Agrarwirtschaft und Industrie an der Wertschöpfung. Da war Max Weber  vor 100 Jahren schon weiter.

So fasst der Perlentaucher die Debatte zusammen:
In der SZ greifen Martin Baumeister (vom Deutschen Historischen Institut in Rom) und der Historiker Roberto Sala die von Giorgio Agamben losgetretene und von Max A. Höfer fortgesetzte Debatte um die unterschiedlichen Mentalitäten innerhalb der EU auf. Beide fordern einen Blick auf die konkrete Geschichte der Länder, die im Süden etwa von Militärdiktaturen und agrarischen Ökonomien geprägt waren: "Die heutige Schieflage geht weitgehend auf Probleme zurück, die dem europäischen Integrationsprozess innewohnen. Mit monolithischen Kulturkonstrukten und abgestandener Völkerpsychologie haben sie wenig zu tun... Die Schuldenkrise hat mit Schlafgewohnheiten und Konfessionen wenig zu tun. Im Übrigen glaubt in der Wissenschaft kaum jemand mehr monokausal an die protestantischen Wurzeln des Kapitalismus."