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11.11.2012 Alles ist Marketing

Familien, Parteien, Schulen, ja der ganze Staat müsse genauso geführt werden wie ein Unternehmen – das ist ein Credo des angelsächsischen Kapitalismus. Ganz in diesem Geiste fragt Sebastian Gülde, Chefredakteur des Pressesprecher, was denn Ex-Nokia-Chef Kallasvuo, Erich Honecker und die Neckermann-Manager gemeinsam hätten? Seine Antwort: „Sie haben in ihrem Umfeld wichtige Trends verschlafen“ und den „Unwillen, auf Änderungen zu reagieren mit ihrem Rauswurf bezahlt“. Demnach hatte Honecker einfach den Trend zu Auslandsreisen seiner DDR-Bürger verschlafen und wohl auch den zur Mitbestimmung. Hätte er sich einfach frühzeitig dem neuen Marktumfeld angepasst, wäre er heute noch an der Macht. Offenbar hatte sich Honecker, als er die DDR übernahm, dem Trend zur Diktatur in seinem Marktumfeld angepasst, und dann eben eine Diktatur fortgeführt. Der Markt hat immer recht. Bleibt zu hoffen, dass sich in den Unternehmen nicht irgendwann mal ein Trend zum autoritären Verhalten breitmacht. Dann müssten die Chefs zu Diktatoren mutieren. „Aber muss man jeden Trend mitmachen?“, fragt Gülde. Nein, auch nicht den, jeden Lebensbereich aus der Perspektive des Marketing zu betrachten. Das kann schief gehen.