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10.12.2008 Gnosis I

Warum gehören auffällig viele Hollywoodschauspieler der Church of Sciantology an, fragt Hannes Stein in der Welt vom 7. Juli. Seine  Antwort: "Sie ist lediglich eine jener Formen, die die Gnosis im 20. Jahrhundert angenommen hat.  Sie klingt wie Platon auf LSD: Danach zwang früher ein böser Außerirdischer Menschen in Kinosäle und ließ sie Filme über den Teufel ansehen - und bis heute geistern diese arme Seelen in uns herum. Filmschauspieler können demnach zu Rettern werden..."
Vor 75 Millionen Jahren unterwarf ein böser außerirdischer Herrscher  Milliarden von Menschen (mithilfe von Psychiatern) und verschleppte sie an Bord von Raumschiffen (die wie DC8-Flugzeuge aussahen) auf die Erde und jagte sie dann mit Wasserstoffbomben in die Luft. Den entkörperten Seelen der Unglücklichen wurde in Riesenkinos ein falsches Bewusstsein implantiert.  Die Filme handelten von Gott, dem Teufel, Jesus usw. Der Böse wurde letztlich von den Guten besiegt, aber die armen verwirrten Seelen geistern bis auf den heutigen Tag in unseren Körpern herum. Um unser volles Potenzial zu verwirklichen, müssen wir uns von ihnen reinigen, ein Prozess, der „Clearing“ heißt. Stein: "Der perfide außerirdische Herrscher ist kein anderer als der Demiurg, der nach gnostischer Doktrin die materielle Welt geschaffen hat... Die Geschichte von den Seelen in den Kinosälen – klingt sie nicht nach einem Platon, der LSD geschluckt hat...? Und am Ende steht, wie in der Gnosis üblich, die Selbstvergottung des Menschen." Für Hollywoodschauspieler extrem schmeichelhaft dürfte ihre überragende Bedeutung sein... "Das „Clearing“ dürfen wir uns als einen Prozess vorstellen, der – analog dem Immer-wieder-Drehen einer Szene – so lange wiederholt wird, bis alle „schädlichen“ Einflüsse beseitigt sind. Endlich mutiert man zum „Operierenden Thetan“; man wird ein Gottmensch. Dass Filmschauspieler dafür von Berufs wegen besonders kompetent seien, leuchtet ihnen selber natürlich unmittelbar ein."

Die Gnosis liefert die Antwort auf die elementare Frage: Woher kommt das Böse

Etwa zeitgleich mit dem Christentum formierte sich in der antiken Welt, basierend auf viel älteren ägyptischen ( Echnaton), orientalisch-persischen (Zoraster/Mani), indischen (Atman/Brahman) jüdischen (Apokalyptik) und griechischen (Platon/Stoa), Heilslehren, eine manichäische Antwort: Es gibt zwei Reiche: Das Reich der Finsternis und das Reich des Lichtes. In der gnostischen Kosmogonie greift nun das Böse das Gute an, es kommt zur Vermischung der Welten, zu einem Endkampf. Die Seele des Menschen spielt dabei die entscheidende Rolle: Sie ist, eingekerkert im „schlechten“ Körper, der nach „niederen“ Genüssen strebt, wie betäubt und hat ihre göttliche Herkunft vergessen. Aber sie kann erweckt werden – etwa durch einen Erlöser, der den Menschen über seinen göttlichen Lichtkern aufklärt und so zur wahren Erkenntnis, griechisch "Gnosis", führt.

Eine andere Welt ist möglich, heißt sie nun Paradies, klassenlose Gesellschaft, Atlantis,

Ein Grundgedanke der Gnosis ist, dass die gegenwärtige Welt sich in einem apokalypischen Übergangszustand befindet und dass ein Retter sie von dem Bösen reinigen wird, wobei jeder einzelne sich entscheiden muss zwischen Gut und Böse